🇪🇺 Europäischer Binnenmarkt – Theorie vs. Realität für SME

Veröffentlicht am 26. Jänner 2026 um 12:50

Der Binnenmarkt

Österreich ist 1995 der EU beigetreten. Der europäische Wirtschaftsraum galt als großer Hoffnungsträger für Unternehmen – besonders für kleine und mittlere. Ein Markt, weniger Hürden, mehr Chancen. Und ja: Das war damals ein Fortschritt. Heute, 2026, sprechen wir von über 500 Millionen Menschen im Binnenmarkt. Aber aus Sicht eines SME stellt sich eine ehrliche Frage:


Ist dieser Markt wirklich nutzbar?
Meine Erfahrung: Nein – zumindest nicht in der Praxis.


Ein konkretes Beispiel aus dem Alltag:

Ein österreichisches Unternehmen betreibt ein Lager in Polen, um von dort aus EU-weit zu liefern. Das funktioniert – mit allen Ländern, außer mit Polen selbst.

Warum?

Weil man dafür eine polnische Gesellschaft gründen muss, um mit lokaler Mehrwertsteuer verkaufen zu dürfen.

Das heißt:

• Ware liegt in Polen

• Lieferung aus Polen in fast ganz Europa möglich

• Verkauf nach Polen selbst nicht, ohne lokale Firmengründung

Um trotzdem nach Polen zu verkaufen, müsste das Unternehmen z. B.:

  • ein Lager in Deutschland betreiben
  • und von dort nach Polen exportieren

Aber:

Um als österreichische Firma nach Deutschland zu verkaufen, braucht man wiederum… ein Lager in Polen.

Was hat das mit einem gemeinsamen Markt zu tun?

Ökonomisch, ökologisch und unternehmerisch ist das absurd.

Solche Regeln sind für Konzerne mit Rechtsabteilungen handhabbar. Für SME sind sie ein echtes Wachstumshemmnis. Was versprochen wurde, muss geliefert werden. Jetzt wäre der Zeitpunkt, darüber offen zu sprechen.

Ich bin überzeugter Europäer.

Aber Europa braucht keinen immer größeren Markt – sondern endlich einen funktionierenden.

👉 Einheitliche, einfache Regeln

👉 Ein zentrales EU-Firmenregister

👉 Ein Binnenmarkt, der auch für SME Realität ist.